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Entwicklung der Zuchtplanung

20.03.2014; Pera Herold

Zuchtplanung mit Einbeziehen monetärer Größen in die Berechnung des zukünftigen Zuchterfolges hat sich seit dem Ende der 1960er Jahre entwickelt. Zeddies (1973) und Brascamp (1978) gaben hierzu einen breiten Überblick. Der von Niebel (1973) vorgestellte Ansatz beinhaltete eine Systemanalyse. Deterministische Simulationsrechnungen in Verbindung mit der Kapitalwertmethode erlaubten eine Optimierung von Zuchtprogrammen. Zeddies und Weniger (1970) stellten einen weiteren Ansatz vor. Hierbei wurde die Kapitalwertmethode verknüpft mit der linearen Programmierung. Das Optimum war hierdurch noch klarer bestimmbar als bei Niebel (1973), da für alle Merkmale im Zuchtprogramm Grenzwerte bestimmbar waren. Schon Zeddies (1973) und Brascamp (1978) machten jedoch darauf aufmerksam, dass die Kosten-Nutzen-Analysen, wie sie in der Zuchtplanung durchgeführt werden, im Gegensatz zur Investitionsrechnung privater Unternehmen stehen. In der Zuchtplanung wird von nationalen Zuchtprogrammen ausgegangen, der Selektionserfolg kommt letztendlich dem Gemeinwohl zugute, z. B. durch billigere Produkte aufgrund gesteigerter tierischer Leistungen. Das heißt, der züchterische Erfolg der Zuchtunternehmen wird von vornherein dem Gemeinwohl untergeordnet. Brascamp (1978) weist daraufhin, dass zum Beispiel für eine Besamungsstation letztendlich nicht die diskontierten Züchtungskosten, wie in der Zuchtplanung berechnet, entscheidend sind, sondern die tatsächlichen Kosten und der erwartete Absatz von Spermaportionen beziehungsweise der Erlös.

Literatur:

Brascamp, E. W. (1978). Methods on economic optimization of animal breeding plans. Research Institute for Animal Husbandry “Schoonoord”, Rapport B-134 ed.

Niebel, E. (1973). Methodik der Zuchtplanung für die Reinzucht beim Rind aus ökonomischer Sicht. Vortrag, DGfZ-Ausschuss für genetisch-statistische Methoden in der Tierzüchtung, 9.-11. April 1973, Biberach, Deutschland.

Zeddies, J. (1973). Zur ökonomischen Bewertung, Planung und Beurteilung von Rinderzuchtprogrammen. Habilitationsschrift, Georg-August-Universität Göttingen, Deutschland.

Zeddies, J. und J.H. Weniger (1970). Die Leistungssteigerung in der Tierproduktion. 2. Mitteilung: Zur Maximierung des züchterischen Fortschritts bei Selektion. Züchtungskunde 42:244-259.

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