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Das Zuchtplanungsprogramm ZPLAN

01.04.2014; Pera Herold

In der Zuchtplanung wird grundsätzlich zwischen deterministischen und stochastischen Simulationen unterschieden. Karras (1984) entwickelte ein computergestütztes Zuchtplanungsprogramm "ZPLAN", bei dem zum einen der Zuchterfolg simuliert, zum anderen ökonomische Parameter und Investitionsparameter kalkuliert und variiert werden können. Dieses Zuchtplanungsprogramm, das auf der Basis von deterministischen Simulationen arbeitet, wurde als Open-Source-Programm zunächst von Nitter und Graser (1994) weiterentwickelt. Durch eine englischsprachige Dokumentation wurde das Programm einem internationalen Nutzerkreis erschlossen (Nitter et al., 2000). Das Programm sowie die Dokumentation werden ständig erweitert und aktualisiert, die derzeit aktuelle Version wurde an der Universität für Bodenkultur, Wien, überarbeitet (Willam et al., 2008) und ist für alle Interessierten frei verfügbar. Das Programm ist in FORTRAN 77 für eine DOS-Umgebung geschrieben. Nutzer sollten über FORTRAN-Kenntnisse verfügen.

Eine Weiterentwicklung stellt das Programm ZPLAN+ dar (Täubert et al., 2010). Es beinhaltet die Funktionalitäten des alten Programms ZPLAN mit einer Erweiterung für genomische Selektion und Mehrstufenselektion. Es bietet eine grafische Benutzeroberfläche und verlangt keinerlei Programmierkenntnisse. Es ist für deutsche Forschungseinrichtungen kostenfrei, für kommerzielle Anwendungen ist eine Lizenzgebühr zu entrichten.

Das ZPLAN-online-Programm (Karras, 2013) steht im Internet allen Nutzern zur freien Verfügung. Es basiert auf der ZPLAN Version von 1984 und ist in FORTRAN 90 geschrieben. Der Nutzer kann online einen Eingabfile eingeben oder es kann eines der vorhandenen Beispiele bearbeitet und ausgewertet werden.

Im Rahmen des Projektes Entwicklung von Instrumenten zur genetischen Qualitätssicherung von Zuchtprogrammen (QS@Breeding) wurde ZPLAN (Willam et al., 2008) in eine Programmkaskade eingebaut, um Daten aus der Zuchtwertschätzung direkt für die Zuchtplanung nutzbar zu machen. Dieses Tool kann zu einem regelmäßigen Monitoring etablierter Zuchtprogramme genutzt werden.

Download

Datum Bezeichnung Typ
09.01.2014ZPLAN-Zuchtplanungs-Programmzip
Die aktuelle PC-Version des Programms ZPLAN wurde von Willam 2008 überarbeitet. Das Programmpaket besteht aus dem Hauptprogramm (.for), einem Manual, sowie mehreren Beispielen. Der Nutzer sollte das dem eigenen Projekt naheliegendste Beispiel auswählen, um davon ausgehend einen eigenen Input-File zu erstellen.

Literatur:

Karras, K. (1984). ZPLAN EDV-Programm zur Optimierung der Zuchtplanung bei Landwirtschaftlichen Nutztieren. Institut für Tierhaltung und Tierzüchtung, Universität Hohenheim, Stuttgart.

Karras, K. (2013). ZPLAN EDV-Programm zur Optimierung der Zuchtplanung bei Landwirtschaftlichen Nutztieren. http://www.zplan-online.eu (01. April 2014).

Nitter, G. und H.-U. Graser (1994). ZPLAN – a PC program to optimize livestock selection programs. Proc. 5th World Congress of Genetics Applied to Livestock Production, Guelph, Canada 22, 77-78.

Nitter, G., H. Bartenschlager, K. Karras, E. Niebel und H.-U. Graser (2000). ZPLAN – a PC computer program to optimize livestock selection schemes. Universität Hohenheim, Stuttgart.

Täubert, H., F. Reinhardt, und H. Simianer (2010). ZPLAN+, a new software to evaluate and optimize animal breeding programs. Proc. 9th World Congress on Genetics Applied to Livestock Production, 1.-6. August 2010, Leipzig.

Willam, A., G. Nitter, H. Bartenschlager, K. Karras, E. Niebel und H.-U. Graser (2008). ZPLAN. Manual for a PC-program to optimize livestock selection schemes. Manual Version 2008 for Source Code “z10.for”. Institut für Tierproduktion in den Tropen und Subtropen, Universität Hohenheim, Stuttgart.

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